Weinkenner
Man könnte meinen, heutzutage sei jeder ein Weinkenner. In jedem Lifestylemagazin, das was auf sich hält, erscheinen Weinbesprechungen, die der interessierte Leser verschlingt um dann mit anderen Freunden des Dolce Vita`s zu diskutieren. In jeder Kochschule werden Schnell- oder Intensivlehrgänge angeboten und in jeder kulinarischen Fernsehsendung wird auch gleich noch über den passenden Wein zum Saltimbocca gefachsimpelt.
Noch nie, war die breite Masse so gut über Wein informiert, wie heute. Heutzutage weiss auch Herr Müller das 1954 ein exzellenter Jahrgang für Barolo war und die Saison 1976 hervorragende Rieslingweine hervorbrachte.
Früher liess man sich den Wein fürs Essen, vom Kelner empfehlen und vertraute seinem Ratschlag, mittlerweile kennt man seine Weinvorlieben mindestens so gut, wie sein Lieblingsessen.
Während dem manch einer sich früher davor fürchtete den Wein zu probieren,schwenkt heute sogar die Hausfrau Meier das Glas fachmännisch,und beschwert sich lautstark, falls "der gute Burgunder", in einem Glas serviert worden sein sollte, "das doch viiiel zu eng ist". Hat man die "tiefrote" Farbe einmal genug bewundert, wird er im Mund hin und her gespült, bis er wahrscheinlich bereits schaumig ist, und hinterher mit Worten wie "diese leichte Vanillenote ist einfach hinreissend und der samtige Abgang... ein wirklich hervorragender Wein. Er erinnert mich, so an unsere zweiten Flitterwochen, auf diesem himmlischen Weingut im Piemont.".
Vorbei die Zeiten, wo zur Feier des Tages eine Flasche Dôle geöffnet wurde, im besten Fall noch mit Schraubdeckel. Jeder mittelständische Haushalt betreibt einen kleinen Weinkeller und bezieht den Wein direkt aus einem "kleinen, schnuckeligen" Weingut, "hoch oben", in den Waadtländer Rebbergen. Solche Geschichten eignen sich doch perfekt fürs Tischgespräch, mit Gästen.
Dieser Wandel ist gut. Die Winzer haben, sofern sie sorgfältig arbeiten und Qualität herstellen, mehr Abnehmer. Studien belegen, dass chemische Zusätze wie Schwefel immer vorsichtiger eingesetzt werden.
Vom Interesse am Wein leben aber noch ganz andere Branchen: Die Reiseveranstalter (sofern sie Weinreisen anbieten), die Fluggesellschaften ( falls sie nicht die Weintouristen in die neue Weinwelt fliegen, fliegen sie den Wein in die "alte" Weinwelt) und ,last but not least`: die Weiterbildungsveranstalter! Wer darf sich heute noch Kellner schimpfen, ohne fundierte Weinkenntnisse? Da reicht das Wissen aus der Berufsschule schon lange nicht mehr, um mit dem Gast, der von all den Sommeliers, die in jeder, aber wirklich in jeder Zeitschrift (sogar in den "Denner News") ihr Wissen weitergeben, gebrieft worden ist. So büffeln wir brav, um dem Gast, dennoch einen kleinen Geheimtip verraten zu können.
Noch nie, war die breite Masse so gut über Wein informiert, wie heute. Heutzutage weiss auch Herr Müller das 1954 ein exzellenter Jahrgang für Barolo war und die Saison 1976 hervorragende Rieslingweine hervorbrachte.
Früher liess man sich den Wein fürs Essen, vom Kelner empfehlen und vertraute seinem Ratschlag, mittlerweile kennt man seine Weinvorlieben mindestens so gut, wie sein Lieblingsessen.
Während dem manch einer sich früher davor fürchtete den Wein zu probieren,schwenkt heute sogar die Hausfrau Meier das Glas fachmännisch,und beschwert sich lautstark, falls "der gute Burgunder", in einem Glas serviert worden sein sollte, "das doch viiiel zu eng ist". Hat man die "tiefrote" Farbe einmal genug bewundert, wird er im Mund hin und her gespült, bis er wahrscheinlich bereits schaumig ist, und hinterher mit Worten wie "diese leichte Vanillenote ist einfach hinreissend und der samtige Abgang... ein wirklich hervorragender Wein. Er erinnert mich, so an unsere zweiten Flitterwochen, auf diesem himmlischen Weingut im Piemont.".
Vorbei die Zeiten, wo zur Feier des Tages eine Flasche Dôle geöffnet wurde, im besten Fall noch mit Schraubdeckel. Jeder mittelständische Haushalt betreibt einen kleinen Weinkeller und bezieht den Wein direkt aus einem "kleinen, schnuckeligen" Weingut, "hoch oben", in den Waadtländer Rebbergen. Solche Geschichten eignen sich doch perfekt fürs Tischgespräch, mit Gästen.
Dieser Wandel ist gut. Die Winzer haben, sofern sie sorgfältig arbeiten und Qualität herstellen, mehr Abnehmer. Studien belegen, dass chemische Zusätze wie Schwefel immer vorsichtiger eingesetzt werden.
Vom Interesse am Wein leben aber noch ganz andere Branchen: Die Reiseveranstalter (sofern sie Weinreisen anbieten), die Fluggesellschaften ( falls sie nicht die Weintouristen in die neue Weinwelt fliegen, fliegen sie den Wein in die "alte" Weinwelt) und ,last but not least`: die Weiterbildungsveranstalter! Wer darf sich heute noch Kellner schimpfen, ohne fundierte Weinkenntnisse? Da reicht das Wissen aus der Berufsschule schon lange nicht mehr, um mit dem Gast, der von all den Sommeliers, die in jeder, aber wirklich in jeder Zeitschrift (sogar in den "Denner News") ihr Wissen weitergeben, gebrieft worden ist. So büffeln wir brav, um dem Gast, dennoch einen kleinen Geheimtip verraten zu können.
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